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Berlin Literarisch
Literarisch, Adjektiv zu Literatur mit jedoch deutlich
eingeschränkter Bedeutung und ganz eigener Funktion im Austausch
über Literatur. (Man kann von "Literatur" zum Soziallastenausgleich
oder zur Gastroskopie sprechen, wird jedoch die diesbezüglichen
Titel nicht für "literarische" erachten). Substantiviert wurde das
Adjektiv wiederum zu "Literarizität" für die Bezeichnung des
literarischen Anspruchs, den ein Text gegenüber einem beliebigen
umgangssprachlichen gewinnen kann.
Das deutsche Adjektiv war bis in das 18. Jahrhundert selten. Die
lateinischen Wortbildung "literaria", die in Wortfügungen wie res
publica literaria und historia literaria auftaucht, stand regulär
für "wissenschaftlich", "den Wissenschaftsbetrieb betreffend". Die
deutsche Adjektivbildung "literarisch" gewann dagegen im 19. und 20.
Jahrhundert an Bedeutung, als das Wort "Literatur" neudefiniert zum
Begriff für die schriftliche Überlieferung (einer jeweiligen Sprache
respektive Nation) im Allgemeinen wurde und "Literatur im engeren
Sinne" die poetischen und fiktionalen Schriften zu vereinen begann.
(Siehe hierzu das Stichwort Literaturgeschichte)
Dem Begriffswechsel war im 18. Jahrhundert die Vereinigung der
Felder Roman und Poesie vorausgegangen - ein besseres Wort war
seitdem im Diskurs über poetische Qualitäten gesucht, in dem das
Corpus der poetischen Werke festgelegt wurde. "Poetisch" stand nicht
nur für höhere Sprache insbesondere für Sprache in Versen, das Wort
zielte zudem auf das Schöne, und im höheren Sinne Wahre. Der Roman
ließ sich nur bedingt als poetischer Gegenstand in diesem Sinne
würdigen.
Die Diskussion "literarischer Qualitäten" verdrängte in der Folge
als die wissenschaftlicher ausgelegte die Auseinandersetzung über
poetische Qualitäten. Die Definitionskriterien wurden im
wesentlichen übernommen doch nun einer Kontroverse ausgesetzt. In
der Kontroverse wiederum nimmt das Corpus literarischer Texte
Gestalt an - als das Corpus der Texte, die die Auseinandersetzung
verdienen, uns als qualitativ höhere beschäftigen, tiefere
Bedeutungen aufweisen (so die Residuen der Poesie- und der
Romandiskussion innerhalb der neuen Kontroverse über die Literatur
und die literarischen Qualitäten).
Mit dem russischen Formalismus und ihm folgend dem Strukturalismus
kam im 20. Jahrhundert die Theorie ins Spiel, man könne literarische
Sprache - die Sprache der im engeren Sinne "literarischen Werke"
(vor allem: die Sprache von Romanen, Dramen und Gedichten) - von
nichtliterarischer letzten Ende wissenschaftlich unterscheiden. Eine
breit gefächerte Theoriebildung zog die Frage nach den Kriterien des
Literarischen im selben Moment nach sich. (Siehe eingehender hierzu
auch das Stichwort Literarizität).
Aus den Strömungen der eher mit dem New Historicism verbundenen
Literaturwissenschaft kam Zweifel gegenüber der eingehenderen
Erforschung des Literarischen auf, da es sich kaum mit historischen
Konzepten - von Literatur oder von Poesie - übereinbringen lässt.
